Führung lernt man nicht im Unterricht. Wie britische Internate Leadership im Alltag fördern.

25.06.2026

„Führung bedeutet nicht, die Lauteste im Raum zu sein. Es geht darum, anderen zuzuhören, verschiedene Perspektiven zu verstehen und den Mut zu haben, diese Sichtweisen zu vertreten, wenn es darauf ankommt.” Das sagt Milla, Senior Prefect am Malvern College, eine der höchsten Verantwortungsrollen, die Schülerinnen und Schüler dort übernehmen können.

Viele Rollen, viele Möglichkeiten.

Es gibt nicht die eine Klassensprecherin, den einen Schulsprecher. Head Boy, Head Girl — und daneben viele informelle Führungsrollen aus Clubs, Projekten und dem Leben im Boarding House. Möglichst viele Schülerinnen und Schüler sollen Verantwortung übernehmen und erfahren, was das bedeutet. Nicht als Auszeichnung für die Besten, sondern als Lernfeld für alle, die sich einbringen.

Viele unserer Schülerinnen und Schüler sammeln hands-on Leadership-Erfahrung. Aktuell zum Beispiel unser Schüler Henry als Head Boy in Warminster, mehr über seine Geschichte lesen Sie in unserem Instagram Post (Link siehe unten). Und eine weitere Glasmacher-Schülerin ist aktuell Head Girl in Bromsgrove.

Wie wird man Senior Prefect oder Head Girl?

Wir haben Milla gefragt, wie es bei ihr in Malvern war. Vier Jahre lang hat sie sich eingebracht in Clubs, im Boarding House, im Alltag. Sie wurde am Ende von vielen vorgeschlagen: Mitschülerinnen, Mitschüler, Lehrerinnen, Lehrer, ihre Houseparents, die sie über Jahre wachsen sahen.

Außerhalb des Klassenzimmers.

Co-curricular nennen britische Internate das, was bei uns oft als „Extra" gilt. Wöchentlich sitzt Milla mit der Schulleitung am Tisch und ist im Schulalltag sichtbar: bei Open Days, bei der Organisation von Festen, im Gespräch mit zukünftigen Familien.

Was dabei entsteht, lässt sich schwer unterrichten. Bildungsforscher nennen es tacit knowledge — Wissen, das nicht aus Büchern kommt, sondern aus gelebter Erfahrung. Aus dem Zusammenleben auf einem Campus und dem tollen Gefühl, wenn man etwas geschafft hat, was man sich vorher nicht zugetraut hätte.

 Link zu Henry’s Geschichte „Von 2 Terms zum Head Boy“ auf Instagram.